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Aus den Magazinen des Landesarchivs (Mai 2022)

Ein Salzwerk für das Fürstbistum Osnabrück, 1722 (NLA OS, Rep 110 I Nr. 475)


Das Fürstbistum Osnabrück wurde seit dem Westfälischen Frieden 1648 abwechselnd von einem katholischen und einem evangelischen Bischof geführt. Der Welfe Ernst August II. trat das Amt als zweiter evangelischer Fürstbischof 1716 an. Seine Amtszeit war der Zeit entsprechend vom Merkantilismus geprägt: So wurde der Betrieb der Erzgruben bei Hasbergen wieder aufgenommen, das Borgloher Bergwerk gefördert sowie eine Wachsbleiche, eine Porzellanfabrik und ein Salzwerk eröffnet. Der rentable Betrieb des Salzwerks war allerdings mehr Zufall als Planung.

Schon Fürstbischof Ernst August I. bemühte sich im 17. Jahrhundert um eine autarke Salzgewinnung. Im Februar 1722 erhielt dessen Sohn Ernst August II. in einem Bericht nebst der hier abgebildeten Planzeichnung Kenntnis über eine Salzquelle nahe Aschendorf und Laer, deren „Einwohner, alda wenig Saltz gebrauchen, sondern mehren Theils ihre Speise in dem Saltzwaßer kochen, und sich wohl darnach befinden.“ Er nahm die Idee seines Vaters wieder auf und beauftragte den sächsischen Baumeister Johann Christian Märcker mit der Errichtung einer Saline. Das natürliche Emportreten der Quelle und die sichere Versorgung mit Brennstoffen aus dem nahegelegene Steinkohlebergwerk in Borgloh führte zu einem Übereifer, der notwendige Prüfungen zum Salzgehalt vermissen ließ. Es kam wie es kommen musste: Der Salzgehalt der Quelle variierte zusehends und der Plan einer Eigenversorgung des Bistums mit Salz schien zu scheitern. Am 22. September 1724 unternahm Märcker einen letzten Versuch und ließ „eine Viertelstunde von Aschendorff, ostwerts auff Palsterkampfschen grunde“ graben und traf „Gott lob! eine schwere und gude Saltz=ader […], an gehalt, der schwere des saltzes, drey mahl kräfftiger als die Lahrsche Saltzquelle […]“. Für den Bau von Saline und Gradierwerken wurden nahegelegene Flächen angekauft und die Ortschaft Rothenfelde entstand. 1811 wurde ein Heilbad errichtet und der Gemeinde 1905 das Prädikat „Bad“ verliehen.

 
 
Archiv

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