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Aus den Magazinen des Landesarchivs (April 2025)
Am 24. August 1125 wurde Lothar, Herzog von Sachsen, in Mainz zum römischen König gewählt (NLA WO, 10/11 Urk Nr. 2)
Am 24. August 1125 wurde Lothar, Herzog von Sachsen, in Mainz zum römischen König gewählt. Nach unsicherer Überlieferung hatten ihn zuvor Boten der Reichsfürsten in Braunschweig aufgesucht, um ihm die Krone anzutragen. Lothars Besitzungen lagen im nördlichen Harzvorland; sein Stammsitz war Süpplingenburg bei Helmstedt. Nach dem Ende der Dynastie der Salier kam damit die Königskrone so wieder an einen sächsischen Großen („Sachsen“ hießen damals die Länder im Norden des Reiches). Die Wahl war allerdings umstritten – die Staufer und ihr Prätendent erkannten sie nicht an – und musste militärisch durchgesetzt werden. Lothar arrangierte sich daher mit dem Sohn des Herzogs von Bayern, Heinrich dem Stolzen, aus dem Haus der Welfen. 1127 gab er ihm Gertrud, seine einzige Tochter, zur Frau. Vielleicht schon 1126 übertrug er ihm die Herzogsgewalt in Sachsen.
Die hier gezeigte Urkunde stellte Lothar am 24. März 1129 als römischer König in Goslar aus. Auf Betreiben seiner Frau Richenza und für ihr beider Seelenheil schenkte er dem Kloster Clus bei Gandersheim zwei Höfe, 26 Joch Ackerland und eine Wiese in Dankelsheim, die als Erbschaft an das Reich gefallen waren. Als König konnte er darüber verfügen. Die Urkunde ist für eine Königsurkunde recht bescheiden, das Siegel nur schlecht erhalten, aber doch Ausweis seines Königtums und seiner Herrschaftsausübung.
Lothar III. wurde 1133 in Rom zum Kaiser gekrönt. Er erneuerte die kaiserlichen Rechte in Italien und brachte die Ansprüche des Reiches weithin zur Geltung. Monument seiner Erinnerung ist die eindrucksvolle Kirche des von seinen Vorfahren gestifteten Klosters Königslutter. In der Klosterkirche, die sein Enkel Herzog Heinrich der Löwe vollendeten ließ, liegen Lothar, seine Gemahlin Richenza und ihr Schwiegersohn Heinrich der Stolze begraben. Lothar hatte den Ruf eines großen Kaisers, dem es weitgehend gelang, den Frieden zu wahren. Sein umfangreicher Eigenbesitz kam über seine Tochter an das Welfenhaus. Nicht zuletzt durch die Bestimmungen, die Kaiser Lothar III. traf, sahen die Welfen ihre zukünftige Basis im heutigen Niedersachsen.