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Aus den Magazinen des Landesarchivs (September 2016)

Eigenhändiger Entwurf des Grafen Wilhelm zu Schaumburg-Lippe für das Grabmal Thomas Abbts (1766) (NLA - Bückeburg - F 1 A XXXV 18 Nr. 95 Vol. II)


NLA BU F 1 A XXXV 18 Nr. 95 Vol. II

Thomas Abbt (1738-1766) war nach einem Studium in Halle/Saale und Lebensstationen in Frankfurt/Oder und Berlin im November 1761 als Professor der Mathematik an die Universität Rinteln gekommen. Er stand in intensivem Kontakt mit Aufklärern wie Friedrich Nicolai, Moses Mendelssohn und Justus Möser. Mit seinem Leben in der kleinen Stadt und dem Lehrbetrieb der kleinen und unattraktiven Universität war er nicht zufrieden und suchte nach beruflichen Alternativen. Im Sommer 1765 wurde Graf Wilhelm zu Schaumburg-Lippe auf ihn aufmerksam, ihm gefielen Abbts Schriften „Vom Tode für das Vaterland“ und „Vom Verdienste“. Graf Wilhelm suchte einen Philosophen für seinen kleinen Hof nach dem Vorbild Friedrichs II. und Voltaire. Er berief Abbt im November 1765 als Hof- und Regierungsrat und Aufseher der Schulen und bezeichnete ihn in seiner Korrespondenz trotz des Standesunterschiedes als Freund. Nach einem Jahr in Bückeburg starb Thomas Abbt überraschend am 3. November 1766. Graf Wilhelm selbst entwarf die ehrende Inschrift für das Grabmal und ließ Abbt in der Schlosskapelle beisetzen, wo sonst nur die Herzen von Angehörigen der regierenden Familie beigesetzt sind.

NLA BU F 1 A XXXV 18 Nr. 95 Vol. II  
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