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Aus den Magazinen des Landesarchivs (April 2014)

Wilhelm III., König von England, Schottland und Irland bestätigt den " Act of Settlement” (1701) (NLA - Hannover - Cal. Or. 63 Nr. 1)


NLA - Hannover - Cal. Or. 63 Nr. 1  
NLA - Hannover - Cal. Or. 63 Nr. 1  

In der Glorious Revolution von 1688/89 wurden die katholischen Stuarts vertrieben und von der Erbfolge in England ausgeschlossen. Auf den gestürzten katholischen König Jakob II. folgte sein protestantischer Schwiegersohn Wilhelm III. von Oranien, der gemeinsam mit Jakobs protestantischer Tochter Maria II. die englische Krone empfing. Nach deren Tod im Jahr 1694 regierte Wilhelm allein weiter. Da er und Maria II. keine Kinder hatten, ging nach dem Thronfolgegesetz von 1689 die Anwartschaft auf den englischen Thron auf Marias Schwester Anna Stuart und deren Nachkommen über. Im Jahr 1700 änderte sich die Thronfolgesituation unerwartet durch den Tod des 11-jährigen Sohnes der Prinzessin Anna. Diese war nunmehr die letzte lebende Person der Stuart-Linie, die eine Anwartschaft auf den englischen Thron hatte. Mit ihrem Tod wäre diese Linie ausgestorben und der entthronte Jakob II. und seine Nachkommen hätten die englische Herrschaft wieder für sich beanspruchen können. Um dies auszuschließen, schrieb das englische Parlament mit dem „Act of Settlement“ die protestantische Erbfolge unter Umgehung der Hauptlinie der Stuarts gesetzlich fest. Durch dieses Gesetz ging die Thronfolge im Falle des Todes von Anna und Wilhelm III. ohne leibliche Nachkommen auf Kürfürstin Sophie von Hannover, die nächste lebende protestantische Verwandte des Königshauses, und ihre protestantischen Nachkommen über. Sophie von der Pfalz stammte durch ihre Mutter Elisabeth Stuart, der so genannten Winterkönigin, von Jakob I. ab.

Am 22. Juni 1701 verabschiedete das Parlament den „Act of Settlement“, genauer „Act for the further limitation of the crown and better securing the rights and liberties of the subjects”. König Wilhelm sanktionierte das Gesetz am folgenden Tag und ließ darüber eine für die Kurfürstin Sophie bestimmte Prunkurkunde ausfertigen.

Kein ganzes Jahr später starb plötzlich Wilhelm III. nach einem Reitunfall kinderlos. Seine Schwägerin Anna folgte ihm auf den englischen Thron. Hannover war damit der Sukzession einen entscheidenden Schritt näher gerückt. Kurfürstin Sophie erlebte sie jedoch nicht mehr. Sie starb am 8. Juni 1714 im Alter von 84 Jahren. Sieben Wochen später starb auch die ohne Nachkommen gebliebene Königin Anna von Großbritannien. Ihr Nachfolger wurde Sophies Sohn, der hannoversche Kurfürst Georg Ludwig, der als Georg I. von Großbritannien das Kurfürstentum Hannover in Personalunion regierte.

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