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Aus den Magazinen des Landesarchivs (August 2014)

Testament des Marschendichters Hermann Allmers aus Rechtenfleth (1885-1904) (NLA - Stade - Rep. 72/172 Hagen Nr. 852)


NLA - STade - Rep. 72 172 Hagen Nr. 852  

Hermann Ludwig Allmers wurde am 11. Februar 1821 in Rechtenfleth an der Weser (im heutigen Landkreis Cuxhaven) geboren und starb dort am 9. März 1902. Der später als „Marschendichter“ bekannt gewordene Allmers blieb Zeit seines Lebens der Marschenlandschaft verbunden, die seine Persönlichkeit und sein Schaffen bedeutend prägte.

Er war nicht nur in der elterlichen Landwirtschaft tätig, sondern engagierte sich sowohl in der Volksbildung als auch in der Politik. Im Lebensbild des „Hauptmann Böse“ verarbeitete er literarisch den Vormärz zwischen Elbe und Weser.

Der künstlerisch und wissenschaftlich vielseitig interessierte Allmers vollendete 1856 die Niederschrift seines „Marschenbuches“, der ersten geschlossenen Darstellung einer deutschen Landschaft. Im Jahr 1858 unternahm er eine klassische Bildungsreise nach Italien, deren literarische Quintessenz die „Römischen Schlendertage“ waren, die den Autor als vielgelesenen Reiseschriftsteller berühmt machten.

In seinem letzten Lebensjahrzehnt hatte Allmers, der zu seinem achtzigsten Geburtstag von der Universität Heidelberg den Titel eines Ehrendoktors der Philosophie verliehen bekam, Kontakt zu den jungen Worpsweder Künstlern. Somit vereint der vielseitige Marschendichter Allmers in sich den Volkskundler, Bauern, Schriftsteller, Menschenfreund und Mäzen.

(Lit.: Axel Behne, Hermann Ludwig Allmers, In: Lebensläufe zwischen Elbe und Weser, Band 1, Stade 2002.)

Das vom 12. Dezember 1885 stammende Testament des Hermann Allmers wurde beim damaligen Amtsgericht Hagen aufgenommen und am 15. März 1902 eröffnet.

Darin bestimmte er die vier Söhne und zwei Töchter seines Vetters Martin Achgelis aus Geestemünde zu seinen Haupterben. Der Volksschule zu Rechtenfleth vermachte er 50.000 Mark unter der Bedingung, dass die Zinsen des angelegten Geldes seinen Cousinen zugute kommen. Von der Hauptsumme sollte der Schulvorstand u. a. eine Schulbibliothek sowie eine Volksbibliothek für die Gemeinde Rechtenfleth einrichten. Des Weiteren bestimmte Allmers, wie sein Haus, der noch heute existierende Marschenhof, und sein Gruftgewölbe nach seinem Ableben zu gestalten bzw. in Ordnung zu halten sind.

Der Testator fügte der ursprünglichen Fassung in den Jahren 1894, 1898 und 1901/02 noch Nachträge hinzu, die nochmals die Volksschule in Rechtenfleth und außerdem ein Porträt von ihm betreffen. Die siebzig Blatt umfassende Testamentsakte ist im Bestand Rep. 72/172 Hagen (= Amtsgericht Hagen bis 1974) am Standort Stade des Niedersächsischen landesarchivs überliefert.

NLA - STade - Rep. 72 172 Hagen Nr. 852  
NLA - Stade - Rep. 72 172 Hagen Nr. 852  
NLA - Stade - Rep. 72/172 Hagen Nr. 852  
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