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Aus den Magazinen des Landesarchivs (Mai 2014)

Plan des Schwedenspeichers (1703/1704) (NLA - Stade - Karten Neu Nr. 13949)


NLA - Stade - Karte Neu Nr. 13949  

Der Osnabrücker Friedensvertrag vom 24. Oktober 1648, durch den gemeinsam mit dem Friedensvertrag von Münster der Dreißigjährige Krieg nach den militärischen Auseinandersetzungen nun auch vertraglich beendet wurde, enthält die zentralen Bestimmungen der Nachkriegsordnung für Deutschland und Europa. Schweden gehörte zu den Siegern des Krieges und konnte seine politische und militärische Rolle in Nordeuropa neu ausmessen und festigen. Die Übernahme der Herzogtümer Bremen und Verden sowie der Ausbau der Stadt Stade zu einem wichtigen Verwaltungszentrum sind zentrale Etappen, mit denen die gewachsene Bedeutung der schwedischen Krone in Norddeutschland etabliert wurde.

Dieser Prozess hat auch deutliche architektonische Spuren hinterlassen. Die Anfänge der baulichen Ausgestaltung des schwedischen Hauptverwaltungssitzes in Stade liegen in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Zu den notwendigen Gebäuden zählte ein Lager- bzw. Provianthaus, das parallel zum Ausbau der Stadt zur Festung errichtet wurde und die Versorgung der schwedischen Truppen in Stade sicherstellen sollte. Dafür wurde schließlich ab den 1690-er Jahren ein umfangreiches Gebäude am Hafen im barocken Stil der Epoche errichtet, für das sich die Bezeichnung Schwedenspeicher durchgesetzt hat. Der Schwedenspeicher wurde nach mehrjähriger Bauzeit, die auch in seiner diffizilen Lage direkt am Hafen begründet liegt, mit einer Länge von 40 bzw. einer Breite von 16 Metern errichtet und mit einem prachtvollen Portal an der Westfassade abgeschlossen. An der Wasserseite mussten dafür im Vorfeld zahlreiche und bis zu zehn Metern lange Holzpfähle in einem aufwändigen Verfahren in den Boden gerammt werden. Auf dem abgebildeten Plan sind die Seitenfassade und der Grundriss des zweigeschossigen Backsteinbaus zu erkennen, wie er 1703/04 nach fast sechsjähriger Bauzeit abgeschlossen wurde. Dieses Wahrzeichen Stades stellt ein bedeutendes städtebaulich-fortifikatorisches Zeugnis aus der Zeit der schwedischen Hegemonie in Norddeutschland dar und weist in dieser Bedeutung weit über den Elbe-Weser-Raum hinaus.

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