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Aus den Magazinen des Landesarchivs (März 2026)

Der große Brand von Clausthal am 24. und 25. März 1725 (NLA HA Dep. 150 K Acc. 2019/703)


  Bildrechte: NLA
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Die Bergstadt Clausthal wurde in der Nacht vom 24. Auf den 25. März 1725 von einer riesigen Brandkatastrophe heimgesucht, der mehr als die Hälfte der Gebäude zum Opfer fielen. Seinen Ursprung hatte das Feuer in dem Haus des Schichtmeisters Rabins in der Goslarschen Straße. Von dort breitete es sich rasend schnell aus und zerstörte einen Großteil der Gebäude der Goslarschen Straße, der Sorge, der Baderstraße und der Silberstraße, sowie der Osteröder Straße und der Sägemüllerstraße, darunter auch sämtliche Quergassen.

In einem Zeitraum von ungefähr 12 Stunden brannten 391 Wohnhäuser und 300 Hintergebäude nieder. Unter den abgebrannten Gebäuden befanden sich das Königliche Amtshaus (ehemaliges Oberbergamt Clausthal, heute: Sitz des Landesamts für Bergbau, Energie und Geologie), das Rathaus und die Clausthaler Münze. Eine der wenigen Ausnahmen war die Marktkirche, die von den Gebrüdern Ey unter Lebensgefahr gerettet werden konnte. Lediglich 460 Gebäude überstanden die Feuersbrunst.

In den Folgejahren wurde der Wiederaufbau der Stadt sukzessive vorangetrieben. Bereits 1726 konnte die Clausthaler Münze wieder bezogen werden, bald darauf das Rathaus und schließlich 1730 auch das Amtshaus. König Georg II. übernachtete bei seinem Antrittsbesuch 1729 noch in der Münze. Zwei Wohngebäude in der Sägemüllerstraße und der Rollstraße wurden wegen der hohen Brandgefahr niedergerissen und nicht wiederaufgebaut.

Das Niedersächsische Landesarchiv verwahrt mit der Akte NLA HA Hann. 92 Nr. 679 nicht nur eine schriftliche Dokumentation der Ereignisse rund um diese Brandkatastrophe- die Akte kann bereits online in Arcinsys eingesehen werden - sondern mit Übernahme des Rissarchivs der TUI AG (ehemals Preussag) nun auch eine genaue bildliche Dokumentation des Brandes. Der 114 x 223 cm große Riss wurde bereits im April und Mai 1725 durch die Markscheider Rausch, Eggers, Schmidt und Schernhagen angefertigt. Sie nahmen auf dem Stadtplan sämtliche Brandschäden auf und kennzeichneten die betroffenen Gebäudekomplexe. Die beigefügte Legende unterscheidet hier zwischen den 391 abgebrannten Wohnhäusern - diese sind nummeriert und in einer weiteren Legende mit Familiennamen versehen-, den abgebrannten Hintergebäuden und Stallungen, den noch stehenden Häusern, Hintergebäuden und Stallungen sowie den vorhandenen Brunnen und Wasserbottichen.

Bildrechte: NLA
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Archiv

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