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Aus den Magazinen des Landesarchivs (Februar 2026)

40 Jahre diskutieren über Frieden und Konflikt: Die Begründung der Osnabrücker Friedensgespräche 1986 (NLA OS Dep 103 Akz. 2022/97, Nr. 189)


Bildrechte: NLA
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Am 24. Februar 1986 fanden erstmals die „Osnabrücker Friedensgespräche“ als gemeinsame Veranstaltungsreihe der Stadt und der Universität Osnabrück statt. Damit wurde eine dialogische Auseinandersetzung mit Fragen der Friedenserhaltung und -förderung in der Region Osnabrück und weit darüber hinaus begründet.

Bereits zwei Jahre zuvor gab es die ersten Überlegungen zur Belebung der Tradition Osnabrücks als Stadt des Westfälischen Friedens: Durch die Zusammenarbeit des Oberbürgermeisters Carl Möller und Prof. Dr. Manfred Spieker, Professor der Theologie an der Universität Osnabrück, entstanden erste Konzepte für die spätere Veranstaltungsreihe. Die Federführung lag zu Beginn bei Manfred Spieker, der zur „aktiven Mitgestaltung des Friedens“ das Format eines Gesprächs vorschlug, in dem geladene Referent:innen miteinander in Austausch treten sollten.

Die frühen Jahre der „Osnabrücker Friedensgespräche“ waren geprägt vom zeitgeschichtlichen Hintergrund des Ost-West-Konfliktes, insbesondere hinsichtlich der kontrovers diskutierten Nachrüstung der NATO, sowie von lokalpolitischen Diskussionen zur Ausgestaltung der Veranstaltungsreihe.

Bei dem vorliegenden Archivale handelt es sich um die Broschüre, die zur Bewerbung des ersten Osnabrücker Friedensgesprächs am 24. Februar 1986 genutzt wurde. Dort referierte Prof. Dr. Karl Kaiser, Universität Köln, unter dem Titel „Friedenssicherung im Weltraum“ über die Bedeutung des Weltraums für die Sicherung des Friedens durch Überwachung, sicherheitspolitische Nutzung und Verteidigungsinitiativen. An diesen Vortrag schloss sich getreu des Formates eine Diskussion an.

Aus diesen ersten Gesprächen über den Frieden entwickelte sich ein mittlerweile 40 Jahre anhaltender Dialog, in dem teils internationale Gäste verschiedenster Disziplinen über Frieden und Konflikt diskutieren. Die ursprüngliche Form der „Osnabrücker Friedensgespräche“ wurde 1992 durch eine Neukonzeption abgelöst. Der Grundstein für zahlreiche weitere Veranstaltungen, begleitende Publikationen und Konzerte war jedoch gelegt.

Archiv

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