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Aus den Magazinen des Landesarchivs (April 2026)

„Pläne“ zum Neubau der Nicolai-Kirche vor 250 Jahren in Wittmund (NLA AU Rep. 244 A Nr. 1209 und Nr. 2337)


Bildrechte: NLA
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Das Vorhandensein eines Gotteshauses in der heutigen ostfriesischen Stadt Wittmund lässt sich bis ins 12. Jahrhundert zurückverfolgen. So ist bekannt, dass die dortige Kirche 1164 während einer Fehde durch eine Feuersbrunst vernichtet wurde. Auch der Nachfolgebau wurde ein Raub der Flammen, als dort 1540 ein Blitz eingeschlagen sein soll. Der im Anschluss daran entstandene Neubau der Kirche hielt mehr als 200 Jahre stand, war in den 1740er Jahren dann allerdings in die Jahre gekommen. In einem Gesuch an den Landesfürsten vom 26. Juli 1743 hieß es, die Kirche sei in einem derart schlechten baulichen Zustand, dass sich die Gemeindemitglieder bei etwas windigerem Wetter nicht in den Gottesdienst trauen würden, aus Furcht, dass die Kirche „zusammenfalle und ein großes Unglück daraus werde“.

Den Schäden allein mit Reparaturmaßnahmen zu begegnen, erschien offensichtlich nicht ausreichend, so dass von einem vollständigen Neubau ausgegangen wurde. Zur Finanzierung sollte eine Kirchen-Lotterie stattfinden, bei der über 6.000 Gewinne und Prämien ausgeschüttet werden sollten. Allerdings blieb die Nachfrage nach den Losen weit hinter den Erwartungen zurück, so dass nur eine wenig erkleckliche Summe zusammenkam.

Erst 30 Jahre später kam die Frage eines Kirchenneubaus wieder auf. Ein erster Kostenvoranschlag ging von 8.000 Reichstalern aus. Letztlich musste die Kirchengemeinde jedoch 14.000 Reichstaler für den Neubau aufbringen. Im Zuge der Planungen für den Neubau entstanden zahlreiche Entwurfszeichnungen, die in der Kartensammlung der NLA-Abteilung Aurich überliefert sind und einen mannigfaltigen Eindruck von der damals geplanten Kirche – innen wie außen – vermitteln. Am 1. Dezember 1776 war es endlich so weit: Die Einweihung des neuen Gotteshauses konnte zelebriert werden, und es wird berichtet, dass so viele Kirchenbesucher dazu gekommen waren, dass die Kirche sie kaum zu fassen vermochte.

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Archiv

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