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Friedensordnung und machtpolitische Rivalitäten

Die Buchneuerscheinung des Niedersächsischen Landesarchivs wurde am 11. Dezember in Stade der Öffentlichkeit vorgestellt.


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Die schwedische Herrschaft in den Herzogtümern Bremen und Verden in Folge des Westfälischen Friedens von 1648 bis zum Großen Nordischen Krieg 1721 und die machtpolitischen Rivalitäten der Einzelstaaten in diesem Zeitraum waren Gegenstand einer internationalen wissenschaftlichen Tagung, die am 2. und 3. Februar 2018 in Stade vom Niedersächsischen Landesarchiv veranstaltet wurde.


Mit dem jetzt im Wallstein Verlag erschienenen Band 3 der „Veröffentlichungen des Niedersächsischen Landesarchivs“ werden die Vorträge der Tagung in erweiterter Form durch das Niedersächsische Landesarchiv mit großzügiger Förderung durch den Landschaftsverband Stade publiziert und durch ein Register erschlossen. Sie beschäftigen sich aus unterschiedlichen Perspektiven und unter differenzierten Fragestellungen mit vielfältigen Aspekten dieser für Nordwestdeutschland unruhigen Jahrzehnte.

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Dr. Sabine Graf, Präsidentin des Niedersächsischen Landesarchivs

Anlässlich der Buchneuerscheinung lud die Abteilung Stade des Niedersächsischen Landesarchivs am 18. Dezember 2019 zu einer öffentlichen Buchpräsentation mit anschließendem Umtrunk ein. Nach der Begrüßung durch Abteilungsleiterin Dr. Gudrun Fiedler umriss die Präsidentin des Landesarchivs, Dr. Sabine Graf, die wesentlichen Inhalte des Buches und dankte den beiden Herausgeberinnen Dr. Beate-Christine Fiedler und Dr. Christine van den Heuvel, den Autorinnen und Autoren sowie der Deutschen Forschungsgemeinschaft, deren Förderung der Tiefenerschließung zu dem Stader Bestand Rep. 5a (Schwedisches Regierungsarchiv) und dessen wissenschaftliche Auswertung ermöglicht.

Dr. Graf dankte weiterhin dem Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden für die langjährige Unterstützung und die gute Zusammenarbeit sowie dem Wallstein Verlag für die professionelle Betreuung der Buchveröffentlichung und verlieh ihrer Hoffnung auf weiterführende Forschungen auf der Grundlage der Erschließung Ausdruck.


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Dr. Hans-Eckhard Dannenberg, Geschäftsführer des Landschaftsverbandes Stade

Dr. Hans-Eckhard Dannenberg vom Landschaftsverband Stade hob in seinem Grußwort den Bezug der tiefenerschlossenen historischen Quellen zu überregionalen Themen hervor. Mit Blick auf die in den Räumlichkeiten des Landesarchivs in Stade aktuell präsentierte Stockholmer Friedensurkunde (Ausfertigung im NLA-Hannover, Bestand Hann. 10, Nr. 387) betonte er die europäische Bedeutung der im Deutschen Reich verbliebenen Reichsfürstentümer während der schwedischen Herrschaft im 17. Jahrhundert.


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Die Herausgeberinnen Dr. Christine van den Heuvel (links) und Dr. Beate-Christine Fiedler

Im Zuge des Stockholmer Friedens von 1719 musste sich Schweden zur Abgabe aller Briefschaften zu Bremen und Verden an Hannover verpflichten. Der so überlieferte Archivbestand Rep. 5a ist Gegenstand der von Dr. Beate-Christine durchgeführten Tiefenerschließung. Aus ihrer Erschließungsarbeit präsentierte die Historikerin Beispiele, die geschichtlich bedeutsame Zusammenhänge von europäischer Dimension dokumentieren, so unter anderem zahlreiche diplomatische und militärische Dokumente aus der Zeit des Großen Nordischen Krieges. Gemeinsam mit Dr. Christine van den Heuvel stellte Dr. Fiedler alle Beiträge in dem Buch vor, zu denen auch ergänzende kleine Beiträge weiterer Autorinnen und Autoren des Niedersächsischen Landesarchivs gehören, die an Hand ergänzender Archivbestände und Gegenüberlieferungen neue Perspektiven auf die Forschung eröffnen.

Trotz der mit der Buchneuerscheinung nun vorliegenden Studien zur schwedischen Herrschaft in den Herzogtümern Bremen und Verden ist damit erst ein erster Schritt hin zu einer intensivierten wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dieser europäischen Epoche getan. Die in Arbeit befindliche Tiefenerschließung des Schwedischen Regierungsarchivs – darin waren sich alle Beteiligten einig – bietet eine hervorragende Grundlage für zahlreiche weitere Untersuchungen der schwedischen Zeit zwischen 1648 und 1721.

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Dr. Gudrun Fiedler, Leiterin der Abteilung Stade des Landesarchivs
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Die Herausgeberinnen mit einem Teil der Autorinnen und Autoren
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Büchertisch
NLA Stade, Buchpräsentation Schwedenband Bildrechte: NLA
Gäste der Buchpräsentation im Foyer des Landesarchivs in Stade

Friedensordnung und machtpolitische Rivalitäten. Die schwedischen Besitzungen in Niedersachsen im europäischen Kontext zwischen 1648 und 1721, herausgegeben von Beate-Christine Fiedler und Christine van den Heuvel

375 S., 34, z. T. farb. Abb., geb., Schutzumschlag, 15,5 x 23

ISBN: 978-3-8353-3588-2 (2019)

€ 29,90

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