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Glanzlichter der montanen Vergangenheit des Harzes

Montanhistorisches Kolloquium

Das diesjährige Montanhistorische Kolloquium am 1. und 2. Juni in St. Andreasberg stand unter dem Thema: Glanzlichter der montanen Vergangenheit des Harzes. Inhaltlicher Schwerpunkt war die überlieferte Geschichte vor Ort und aus dem Bergarchiv, d. h. zum einen die unmittelbaren physischen Überreste wie Bergeisen, Spuren von Schrämarbeiten in alten Stollen oder die im Altbergbau benutzten Hölzer und zum anderen die schriftlichen Überreste, vor allem das bergmännische Risswerk und die Bergamtsprotokolle, die sich im Bestand des Bergarchivs Clausthal, einer Außenstelle der Abteilung Hannover des Niedersächsischen Landesarchivs, befinden.

Montanhistorisches Kolloquium

Veranstalter des Kolloquiums waren die TU Clausthal, das Niedersächsische Landesarchiv, das UNESCO Weltkulturerbe Harz und das Lehrbergwerk Grube Roter Bär. In St. Andreasberg fand sich der Breite des Themas entsprechend eine große Zahl von Referenten ein, die zugleich ihre Institutionen und deren Engagement für die montanhistorische Forschung repräsentierten.

Für das Niedersächsische Landesarchiv sprach Roxane Berwinkel über die Erschließung des Rissarchivs der ehemaligen Preussag-AG Metall im Bergarchiv Clausthal. Johannes Laufer (Universität Osnabrück) stellte die Oberharzer Bergamtsprotokolle im Bestand des Bergarchivs als zentrale Quelle administrativer Tätigkeit frühmoderner Montanverwaltung vor. Über das Untersuchungsfeld der Montanarchäologie beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege sprachen Katharina Malek (Montanarchäologie am Rammelberg), Andreas Bauerochse (Holz. Ein besonderes Archiv der Bergbau- und Umweltgeschichte im Harz) und Andrea Tröller-Reimer (Ein Bergeisendepot aus der Grube St. Jürgen (St. Georg) in St. Andreasberg). Wilfried Ließmann vom Institut für Endlagerforschung, Abt. Mineralogie, Geochemie und Salzlagerstätten an der TU Clausthal stellte die montane Wasserkraftnutzung im Schulenberger Revier/Oberharz als Fallbeispiel für Synergie zwischen Feldforschung und Archivstudien vor. Matthias Bock und Andreas Pahl, beide Lehrbergwerks Roter Bär, thematisierten ihre Untersuchungen zu Historische Grubenrisse als Basis für die Altbergbauforschung im St. Andreasberger Revier und zur Erfassung und Dokumentation von Altbergbau am Fallbeispiel Reichetroster Gang anhand von Spuren der Schrämarbeit und des Feuersetzens. Anna Swieder stellte ihre Forschungen am Institut für Kunstgeschichte und Archäologie Europas, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Von Rottleberode bis Hettstedt. Kupferschiefer-Altbergbau im Spiegel neuer Laserscan-Daten) vor, und Hendrik Schläper führte seine Untersuchungen zur Silbersegener Wassersäulenmaschine als neue Technik für eine zentrale Wasserhaltungsanlage im Clausthaler Revier im Rahmen seiner Dissertation aus. Abschließend thematisierte Ulrich Haag vom Bergbaumuseum Pribram den Exportschlager Drahtseil und die erste Drahtseilfabrik in Pribram/Tschechien.

Montanhistorisches Kolloquium

Die Bandbreite der Vorträge, die Themen und Arbeitsgebiete aus Geschichte, Archäologie und Bergbau verbinden, haben wieder einmal verdeutlicht, wie interdisziplinär und vielgestaltig die Montanhistorische Forschung aufgestellt ist. Die wechselseitigen Synergien zwischen schriftlicher und archäologischer Überlieferung für die Erforschung der Geschichte des Bergbaus im Oberharz haben sich im Laufe der Tagung immer wieder gezeigt und eröffnen damit weitere Perspektiven und Forschungsansätze.

Nachzulesen sind die Beiträge in dem bereits vorab erschienen Tagungsband: Konservierte Zeit. Glanzlichter der Montagen Vergangenheit des Harzes. Vorträge aus dem Kolloquium am 1. Juni in Sankt Andreasberg, hrsg. von Wilfried Ließmann, Oliver Langefeld, Matthias Bock, Clausthal-Zellerfeld 2019.


Fotos: Matthias Bock

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