Aus den Magazinen des Landesarchivs (August 2026)

Plan der Schlacht bei Lutter am Barenberge (1626) (NLA WO K 13399/1)


Bildrechte: NLA
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Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) hatte sich 1626 von einem anfänglich regionalen Aufstand bereits zu einem europaweiten Konflikt ausgedehnt. Nach dem herausragenden Sieg der Katholischen Liga bei der Schlacht am Weißen Berg (1620) und zahlreichen protestantischen Niederlagen in der Folgezeit, drohte das protestantische Lager im Heiligen Römischen Reich vollkommen zusammenzubrechen.

Um dieser kritischen Situation entgegenzuwirken und um Norddeutschland vor dem kaiserlichen Zugriff zu schützen, wurde 1625 unter der Führung König Christian IV. von Dänemark und Norwegen die Haager Allianz, ein Bündnis zwischen England, den Niederlanden und Dänemark gegründet. Dieses Bündnis war jedoch von Anfang an von mangelnder Unterstützung und gegenseitigem Misstrauen geprägt. Zudem ging es dem dänischen König aus dem Hause Oldenburg erkennbar auch darum, seinen Einfluss auf Norddeutschland auszudehnen und etwa die dortigen Hochstifte unter seine Kontrolle zu bringen. Er ließ sich unter der Maßgabe zum Obristen des Niedersächsischen Reichskreises wählen, allein defensiv agieren zu wollen.

Dennoch brach Christian IV. mit dem niedersächsischen Kreisheer und dänischen Truppen im August 1626 von der von ihm besetzten Festung Wolfenbüttel auf, um dem seiner Meinung nach gleichwertigem Heer unter der Führung des Feldherrn Tilly entgegenzutreten. Der Sieg gegen die katholischen Streitkräfte sollte das Tor in die Habsburger Lande für die Dänen und deren Verbündeten öffnen.

Nach tagelangen Scharmützeln zwischen den Kontrahenten stellte König Christian die Armee der katholischen Liga unter Tilly am 26. August zur Schlacht bei Lutter am Barenberge. Nicht nur war Christian zahlenmäßig den weitaus erfahreneren Truppen Tillys unterlegen, auch leistete sich der König einige grobe taktische Fehler auf dem Schlachtfeld und hatte der weitaus besseren Stellung der gegnerischen Truppen nicht viel entgegenzusetzen. Der Ausgang dieser Schlacht war nicht nur für die dänischen Truppen verheerend, sondern sollte auch einen entscheidenden Wendepunkt im Dreißigjährigen Krieg darstellen und die protestantischen Interventionen in Norddeutschland zum Erliegen bringen.

Der Kupferstich präsentiert dem Betrachter ein detailliertes und scheinbar realistisches Bild der Schlacht. Ob es sich exakt so verhielt, ist unklar, denn etwa Ausgrabungen aus jüngster Zeit legen nahe, dass vieles sich offenbar doch anderes gestaltete als aus den überlieferten Schrift- und Bildquellen ersichtlich.

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